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 Delphinreise





 Ein warmer Sommertag,
mein kleines Boot gleitet dahin auf dem Meer,
Sonne zu spüren, das Gefühl von Wind im Gesicht,
ich genieße es sehr.

 Der Klang des Wellenschlages gegen den Rumpf,
mal weich und leise, mal hart und laut,
die endlose Weite bis zum blauen Horizont,
der Geschmack von feinem Salz auf der Haut...

 Da taucht etwas auf über den Wellenkämmen,
nicht weit dem Boot voraus,
sie nähern sich schnell, schwimmen neben mir,
wunderschön sehn' sie aus.

 Zwei große Delphine kann ich nun im Wasser sehen,
die mit dem Boot im Spiel ihre Kräfte messen,
ich kann meine Augen nicht lösen von den edlen Tieren,
bin vom verzaubernden Anblick ganz versessen.

 Die kraftvollen, stahlblauen Körper,
wie sie die Wellen durchschneiden,
mit spielerischer Leichtigkeit mal rechts,
mal links mein Boot begleiten.

 Fließend fliegen die Körper durchs Wasser,
eilen immer schneller dahin,
ungebündelte, grazile Stärke,
und doch so wunderschöne Anmut darin.

 Mal jagen sie weit voraus,
schnellen sich drehend hoch aus den Fluten empor,
tauchen wieder ein in das Blau,
kommen kurz drauf neben meinem Boot hervor,

 Und plötzlich, als ich betrachte die Wellen,
den glitzernden und perlenden Schaum,
werde ich fortgezogen zu den Delphinen,
gleite zu ihnen in einen wunderbaren Traum.

 Ich spüre das Wasser,
wie es meinen glatten Körper sanft umspült,
wie meine Beine, verwandelt nun zu einer Flosse,
wild schlagend das kühle Blau durchwühlt.

 Um mich immer ungestümer
und mit Macht schnell voranzutreiben,
ein Gefühl so wundervoll,
ich kann es mit Worten nicht beschreiben.

 Keine Arme, keine Beine behindern mich,
angepasst ans nasse Element hat sich mein Körper,
ein Delphin sieht zu mir, singt seine Töne,
und ich verstehe jedes seiner Laute Wörter.

 Sie umschwimmen mich,
lehren mich aus dem Wasser emporzuspringen,
mich zu rollen, Kapriolen zu schlagen,
in hellen Tönen mit ihnen zu singen.

 Dann tauchen wir hinab in die Dunkelheit,
hinunter in die blaue Tiefe,
sie zieht mich fast,
als wenn sie mit sanfter Stimme nach mir riefe.

 Vorbei an weiten Weiden grünen Algengrases,
an vielfarbenen Wäldern aus Korallen,
überall Leben um mich herum, buntes Treiben,
... friedvolle Stille liegt über allem.

 Eine Qualle lässt langsam pulsierend
ihren sphärischen Körper treiben,
kleine buntgestreifte Fische,
die erschreckt in den Schutz von Anemonen eilen,

 die vielen skurrilen Formen von seltsamen Tieren,
die wie mit Blumen bewachsenen Korallenhänge,
schwebend gleite ich achtsam durch die Stille,
fühle nicht mehr der Schwerkraft starker Zwänge.

 Fliege wie ein Vogel durch die Luft,
gleite durch das Wasser ungebunden,
jeder Gedanke an die Dinge von "oben",
er ist fast aus mir verschwunden.

 Spiele ausgelassen mit meinen Gefährten,
schwimme mit ihnen herum voller Wonne
, tauche auf, die Lungen erneut mit Luft zu füllen,
und spüre sie dann... den Wind und die Sonne.

 Vorbei ist der schöne Traum,
ich sitze wieder im Boot auf dem Meer,
spüre die warmen Strahlen unseres Gestirns,
vermisst hab' ich sie doch sehr.

 Sehe wie sie trocknet die Wasserperlen auf meiner Haut,
Warum bin ich nass? war ich doch auf Reise?
Ich suche umsonst die beiden Tiere die mich begleitet,

 ...und dann,
den Blick zum Horizont gerichtet,
sage ich traurig, ganz leise,
"Lebt wohl....",
...auf Delphinenweise.



dieser Text ist von Chris37...bitte respektiert das Copyright !!


 Delphinbilder